Branchen

Laborgeräte

Laborgeräte sind vielfältig und faszinierend. Von petrochemischer Analytik durch Magnetrührgeräte und Tisch-Zentrifugen bis zu ummantelten Reaktionsgefässen - der Markt ist weit und breit. Hersteller von Laborgeräten brauchen zum erfolgreichen Vertrieb hochsegmentierte Kundendaten bei chemischen Herstellern, Pharma-Unternehmen, Universitäten, und Prüfungslaboren.

Bei Laborgeräten hat man in der Regel mit einem kürzeren Verkaufszyklus zu tun als bei automatisierten Verpackungsanlagen, zum Beispiel. Kaufentscheidungen können innerhalb von Wochen oder sogar Tagen getroffen werden. Lieferzeiten sind oft mit den von Konsumgütern zu vergleichen. Daher ist eine detaillierte Marktrecherche erforderlich, um Benutzer und Labore mit relevanten Anwendungen zu identifizieren. Kundenseitige Budgetplanung kann das Timing der Beschaffung beeinflussen.
In den Vereinigten Staaten konzentriert sich die biowissenschaftliche Forschung auf Boston und San Francisco. Chemische und pharmazeutische Forschung ist weniger zentralisiert, wobei die größten Zentren im sogenannte Pharma-Corridor von Philadelphia/New Jersey und in North Carolina liegen.

Verpackungsmaschinen für Pharma- und Herstellfirmen

Mehrere Trends beeinflussen die Wahl von Verpackungsmaschinen bei Pharma- und anderen Herstellfirmen.

Mit dem wachsenden Bedarf an personalisierter Medizin sind Pharmaunternehmen gefordert, kleinere, variablere, und sogar individuelle Chargen zu produzieren. Automatisierte Verpackungsmaschinen müssen daher hochflexibel sein, mit schnellen Umrüstzeiten, um den Umgang mit unterschiedlichen Dosierungen, Verpackungsgrößen und Formulierungen zurecht zu kommen. Verpackungsanlagen mit hoher Flexibilität stellen sicher, dass Hersteller personalisierte Behandlungen effizient produzieren und verpacken können, ohne wesentliche Kompromissen bei der Geschwindigkeit oder Genauigkeit. Europäische Anbieter mit innovativen Lösungen im Bereich personalisierter Medizin geniessen Vorteile bei amerikanischen Kunden mit erhöhten Anforderungen.

Anti-Betrugsmaßnahmen sind zunehmend wichtig bei der Auswahl von automatisierten Verpackungsmaschinen. Mit dem Anstieg von gefälschten Produkten werden entsprechende Vorschriften immer strenger, bis hin zu umfassendem Track-and-Trace. Moderne Verpackungsmaschinen ermöglichen durch hochentwickelte Serialisierungs- und Codierungstechnologien eindeutige Indentifizierung und Verfolgung jeder Packungseinheit. Und zwar durch die gesamte Lieferkette. Diese Technologien umfassen QR-Codes, RFID-Tags und manipulationssichere Funktionen. Durch die Integration dieser Anti-Betrugsmaßnahmen können Unternehmen ihre Produkte schützen, das Vertrauen der Verbraucher aufrechterhalten und regulatorische Standards einhalten.

Amerikanische Hersteller bestehen zunehmend auf umweltfreundliche Materialien und minimierten Abfall zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Minimierung des ökologischen Fußabdruckes. Auch hier haben europäische Anbieter oft den Vorteil, denn die EU regelt seit fast 30 Jahren das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die Verwertung von Verpackungen in der Europäischen Union. Diese Erfahrungen erweisen sich als Pluspunkte bei amerikanischen Käufern.

Automatisierungsanlagen

Wer Termine bei amerikanischen Herstellern hat, wird zwei Dinge merken: ein zerfetztes „Help wanted“-Schild vorne draussen. Und eine große Anzahl europäischer Maschinen in der Produktionshalle drin. Beide aus dem gleichen Grund.

Wie in den hochindustrialisierten Länder Europas, sind US-Hersteller auf Automatisierung angewiesen, um die Effizienz zu steigern, wettbewerbsfähig zu bleiben und Personalmangel abzufedern.
Insbesondere der Arbeitskräftemangel ist in den USA und Europa eine anhaltende Herausforderung. Hersteller kämpfen damit, genug Arbeitskräfte einzustellen und diese an die Firma langfristig zu binden.

Nach Angaben der US-Chamber of Commerce bleibt die Erwerbsbeteiligung im Jahr 2024 unter dem „pre-pandemic“ Niveau. Abgesehen von 2016 bis 2020 war die Erwerbsbeteiligung in den USA seit Anfang der 2000er Jahre tatsächlich stetig rückläufig. Obwohl sie sich seit Ende 2020 erholt, hat die Zahl der erwerbstätigen Amerikaner (Stand 2024) immer noch nicht das Niveau von vor 2020 erreicht.
Im Gegensatz dazu hat seit Anfang der 2000er Jahre das sich am Arbeitsmarkt beteiligende Anteil der europäischen Bevölkerung kontinuierlich erhöht. Doch sogar mit einem größeren Angebot an Arbeitskräften leiden die EU-Länder immer noch unter chronischem Arbeitskräftemangel. In Deutschland erreichte die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2022 mit knapp zwei Millionen ihren Höhepunkt (entspricht etwa 4 % der Gesamtbelegschaft). Erfreulicher ist die Situation in der EU als Ganzes nicht. EU-weit nimmt die Quote der offenen Stellen seit 2013 stetig zu und erreichte Ende 2022 mit etwa 3 % ihren Höhepunkt. Dass Hersteller in Europa und Amerika vor ähnlichen Herausforderungen stehen erklärt die hohe Akzeptanz und Beliebtheit von europäischen Automatisierungslösungen in den USA. Darüber hinaus haben sich europäische Ingenieure und Hersteller einen Ruf für Qualität und Innovation in Branchen erworben, die von Konsumgütern über Automobile bis hin zu industriellen Automatisierungslösungen reichen.  Amerikaner stehen europäischen Produkten und Lösungen grundsätzlich positiv gegenüber.
Obwohl sich die Qualitätsstandards zwischen Europa und den Vereinigten Staaten unterscheiden (CE vs. UL), es besteht ein hohes Maß an Transparenz hinsichtlich notwendiger Anpassungen. Dienstleister in den USA unterstützen bei technischen Änderungen, Prüfungen und Zertifizierungen.

Industrielle Steuerungssysteme und Komponenten

Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sind integraler Bestandteil aller modernen Automatisierungslösungen. Europäische Hersteller von Sensoren, Robotern, Logistiklösungen, Antrieben, etc. haben in Amerika gute Absatzchancen.

Automatisierungsingenieure haben bei PLC’s die Qual der Wahl. Mindestens 20 Hersteller bieten Geräte und Systeme mit diversen Fähigkeiten, Leistungen, und Kommunikationsprotokollen an. Für europäische Anbieter, die in den US-Markt eintreten, ist die Verbreitung von Allen Bradley und dem damit verbundenen Ethernet-Protokol zu beachten. Obwohl Siemens-Geräte und das ProfiNet-Protokoll bei ausgewählten Anwendungen (z.B. Öl und Gas) in den USA häufiger vorkommen, sind die meisten amerikanischen Anwender eher mit Allen Bradley und Ethernet vertraut. Da eine direkte Übertragung von ProfiNet auf Ethernet nicht möglich ist, kommt in den meisten Fällen nur eine Neuprogrammierung in Frage. Auf europäische Technik zu bestehen kostet man in den USA Aufträge die man sonst reingeholt hätte. Es ist sinnvoll, die Programmierung im gleichen Zuge als die UL-Freigabe zu erledigen.

Allen Bradley geniesst in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von über 50 %, Siemens etwa 25 %. Hersteller wie Schneider Electric, Mitsubishi und ABB machen den Rest aus.

Europäische Hersteller von SPS-Hardware, Sensoren, Bildverarbeitung, Antrieben, Sicherheitsgeräten und Sicherheitslösungen haben gegenwärtig eine enorme Chance, neue Marktanteile zu gewinnen, da US-Hersteller von dem weltweiten Reshoring-Trend mitgenommen werden. Laut der MIT Sloan Review werden Branchen wie Elektro-Hersteller, Chemikalien, Beförderungsmittel, und medizinische Geräte besonders von Reshoring-Initiativen betroffen. Für europäische Anbieter von Automation-Komponenten stellt diese Entwicklung eine grosse Chance dar.

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